Im Jahr 2025 werden europäische kurzfristige Einlagen im Wert von Hunderten von Milliarden Euro fällig. Doch mit der anhaltenden geldpolitischen Lockerung durch die Europäische Zentralbank (EZB) werden die Renditen von Bareinlagen zunehmend unattraktiver. Zwischen Juni 2024 und Januar 2025 hat die EZB dank der Abkühlung der Inflation fünf Zinssenkungen vorgenommen. Weitere Senkungen werden im Laufe des Jahres 2025 erwartet, da die EZB die Wirtschaft in der Eurozone ankurbeln will. Der Einlagenzins könnte dabei bis auf 2 Prozent sinken.
Für konservative Anlegerinnen und Anleger, die sichere Erträge aus überschüssiger Liquidität suchen, könnten inflationsbereinigt negative Renditen auf Bareinlagen bald Realität werden – eine Entwicklung, die seit 2022 nicht mehr zu beobachten war. Das drängt Anleger auf alternative, risikoarme Anleihenmärkte, um ihre Barmittel zu aktivieren und neue Möglichkeiten mit grösserem Potenzial zur Kompensation der Inflation zu nutzen – ohne dabei das eigene Risikoprofil zu verändern.
Staatsanleihen könnten eine mögliche Alternative sein. Doch nur auf dieses Segment zu fokussieren, ist für Anlegerinnen und Anleger nicht zielführend. Tatsächlich stehen europäische Staatsanleihen derzeit unter Druck, da viele EU-Mitgliedsstaaten aufgrund anhaltender Haushaltsdefizite eine steigende Verschuldung aufweisen. Dies könnte ihre Performance beeinträchtigen und zu erheblichen Verlusten führen. Diese Entwicklung ist bereits seit Beginn des Jahres 2025 zu beobachten.
Covered Bonds als attraktive Alternative
Neben Staatsanleihen gibt es weitere risikoarme Anlageinstrumente, die eine ähnliche Sicherheit bieten. Ein gutes Beispiel dafür sind Covered Bonds. Diese festverzinslichen Wertpapiere werden von Banken oder Hypothekenfinanzierern ausgegeben und durch einen Pool von Vermögenswerten – beispielsweise bestehend aus Wohnhypotheken oder öffentlichen Krediten – besichert. Covered Bonds sind doppelt besichert: Zum einen haben Investoren Zugriff auf die Vermögenswerte des Emittenten, zum anderen auf den Deckungspool von Vermögenswerten, welcher in der Regel überbesichert ist. Dieser doppelte Schutz erklärt, warum es in den 200 Jahren seit der ersten Covered-Bonds-Emission keinen einzigen Zahlungsausfall gegeben hat.1
Eine dynamische Allokation in ein breiteres Universum hochwertiger Anleihen – einschliesslich Staatsanleihen und Covered Bonds – kann es Investoren ermöglichen, Chancen flexibel zu nutzen und über die Zeit hinweg ein stabileres Renditepotenzial zu erzielen. Da die Fixed-Income-Märkte oft ineffizient sind, wir sind davon überzeugt, dass durch geschicktes aktives Management einen Mehrwert schaffen.
Für Anlegerinnen und Anleger, deren Ziel der Erhalt ihres Kapitals oder besonders niedrige Risiken sind, könnte dieser Ansatz nicht ausreichen. Ein Grund dafür ist, dass hochwertige Anleihen oft stark von Zinsschwankungen betroffen sind. Daher ist von entscheidender Bedeutung, eine Anlagestrategie zu entwickeln, die nicht auf Zinsprognosen basiert. Zielführender ist eine Strategie, die ein geringes Zinsrisiko aufweist und in verschiedenen Marktumfeldern funktionieren kann. Das mag herausfordernd erscheinen, doch erfahrene, aktive Investoren können versuchen, Marktineffizienzen auszunutzen und so eine nachhaltige Mehrrendite gegenüber von Barmitteln zu erwirtschaften.
Flexibilität ist Schlüssel zum Erfolg
Konservative Anlegerinnen und Anleger sind also nicht gezwungen, sich mit unattraktiven Renditen auf ihre Bareinlagen abzufinden. Das Ausnutzen von Chancen im risikoarmen Anleihenmarkt kann eine sinnvolle Alternative sein, insbesondere wenn eine dynamische Strategie verfolgt wird. Gleichzeitig hilft die Kontrolle der Zinsrisiken dabei, konsistente Erträge zu erzielen – unabhängig vom makroökonomischen Umfeld.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das aktuelle Niedrigzinsumfeld für europäische Kurzfrist-Einlagen stellt vorsichtige Anleger vor Herausforderungen, eröffnet ihnen aber auch Möglichkeiten für dynamischere und potenziell ertragreichere Investmentstrategien. Durch eine Diversifikation in hochwertige festverzinsliche Instrumente – wie beispielsweise Staatsanleihen und Covered Bonds – können Investoren von einem höheren Schutz und mehr Stabilität profitieren. Gleichzeitig müssen sie sowohl die Risiken und Chancen aktiv steuern. Wir glauben, dass der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kontrolle des Zinsrisikos und der Flexibilität der Strategie.
Letztendlich können Investoren mit einer durchdachten und aktiven Herangehensweise die niedrigen Renditen auf Bareinlagen hinter sich lassen und ein langfristig konsistentes Ertragspotenzial im Anleihenmarkt verfolgen.
Verzichtserklärung:
Covered Bond-Risiko: In der Regel von Finanzinstituten begeben, die durch einen Pool von Vermögenswerten (in der Regel, aber nicht ausschließlich, Hypotheken und Schulden des öffentlichen Sektors) abgesichert sind, die die Anleihe im Falle einer Insolvenz des Emittenten absichern oder „abdecken“. Bei gedeckten Schuldverschreibungen verbleiben die als Sicherheiten verwendeten Vermögenswerte in der Bilanz des Emittenten, so dass die Anleihegläubiger im Falle einer Vorgabe. Zusätzlich zu den Kredit-, Ausfall- und Zinsrisiken könnten gedeckte Schuldverschreibungen dem Risiko ausgesetzt sein, dass die zur Besicherung des Anleihekapitals zurückgestellten Sicherheiten an Wert verlieren.
Der Wert Ihrer Investition kann steigen und fallen, und Sie könnten einen Teil oder Ihr gesamtes investiertes Geld verlieren.